Tag 13

Salut!

Angefangen hat der heutige Tag für mich sehr gut… Zunächst zwei mal Nachts aufgewacht wegen meiner Konfirmandinnenblase, anschliessend dann senile Bettflucht um 0630. Wer mich kennt, weiss, dass das tatsächlich früh ist. War aber alles halb so schlimm, da das Frühstück schon ab 0600 im Hotel ready war. Also zunächst mal mein obligates Glässchen Milch und anschliessend ab in den Edeka, macht nämlich schon um 7 auf, um mir mein zweites Frühstück zu holen. 😉 Auf dem Weg dorthin hat mich dann mein Papa schon angerufen und gratuliert (der hat auch noch Mut um 0705 liege ich für gewöhnlich ja noch im Bett ;)).

Nach dem Frühstück haben wir dann das Board zur Wupper getragen und sind auf der Pfütze in Richtung Rhein losgepaddelt. Wir haben uns beide schon beim Frühstück für das kurze Dress entschieden, da es ein wenig schwül war. Dann gings zuerst mal Richtung Düsseldorf los… Nach 10KM fragte Flo dann wegen einer Pause an und nach dem ich ihn wegen seinem Post bezüglich Alter noch weitere 3 KM hab leiden lassen, liess ich Gnade vor Recht ergehen und wir haben uns dann ein Plätzchen gesucht um uns eins unserer, immer noch kühlen :), Red Bulls zu genehmigen. Die Stelle, die wir uns ausgesucht hatten, hatte noch eine wunderbare Geburtstagsüberraschung für uns bereit. Da waren nämlich zwei Stühle im Gebüsch versteckt und damit hat der Pausenplatz glatte 5 von 5 Pausenplatzpunkte abgeräumt… lauschiges Plätzchen am Rhein, super Sitzgelegenheiten, kühles Red Bull und sonniges Wetter… 😀

Flo’s neuer Lieblingsbeschäftigung haben wir dann mit ca. 8 Rheinquerungen (der Fluss ist mittlerweile sicher gute 250m breit) vor dem Mittag auch genüge getan und haben uns dann in Düsseldorf vor der sengenden Hitze unter eine Zugbrücke gesetzt. Leider weniger Natur und weniger ungestört, dafür gab es dann auch nur 2/5 Pausenplatzpunkte, dafür 4/5 Hobo-Punkte. 😉 Als Ersatz für eine Geburtstagstorte habe ich mir beim Bäcker mal wieder eins meiner geliebten süssen Stückchen besorgt. Diesmal gab’s wieder eine Vanille-Bretzel. Nach dem Motto ‘we care – we share’ hat Flo natürlich auch etwas von meinem Geburtstagskuchen abbekommen. 😉

Beim Weiterpaddeln durch Düsseldorf dachten wir dann kurzzeitig, wir seien auf einer Autobahn gelandet. Nach dem wir in der letzten Kurve vor der City nochmal eine Querung hingelegt hatten (ein Frachter kam von hinten und drei von vorne) und ich mich gerade über die grossen Wellen gefreut habe, die die Dinger verursachen, pfiff mich Flo dann hinter die Bojen zurück, da er meinte, dass es sich für einen alten Herren nicht gehöre, mit den Wellen zu tanzen. Nachdem ich mich dagegen entschieden hatte, ihn Baden zu schicken (obwohl er mir das heute ggf. hätte durchgehen lassen) paddelten wir brav auf der linken Seite durch Düsseldorf. Da war echt was los: Teilweise waren bis zu 4 Spuren mit Frachtschiffen, Tankern und Kreuzfahrtschiffen belegt und wir kamen langsam ins Grübeln, ob das wohl so bleiben sollte, da demnächst mal wieder eine Querung angestanden hätte. 🙂

Kurz hinter der City liess der Verkehr dann aber doch wieder merklich nach und wir konnten, mit etwas Rückenwind, mal wieder die Rheinseite wechseln. (Querung Nr. 11 für diesen Tag und die Letzte) Nach dem wir uns beim Mittagessen noch darüber gefreut hatten, dass bisher keine von Flo’s sog. Kumuluswolken vorhanden war (jedesmal wenn Flo auf eine Wolke zeigt und sagt, dass es eine Kumuluswolke sie, wird die Wolke sauer und es fängt anschliessend heftig an zu regnen… ungefähr ähnlich wie wenn ich mich eincreme ;)) hatte sich mittlerweile dann leider doch eine ziemliche Gewitterwolke über Düsseldorf zusammengebraut. Nach dem wir 5KM vor dem Ziel noch eine schwimmende Pause eingelegt hatten, drehte der Wind dann plötzlich und die Bise traf uns ziemlich unvorbereitet. Den Blick auf das Ende unserer heutigen Tagesetappe gerichtet (Kaiserswerth), fingen wir wieder an zu paddeln…. bis auf einmal Blitze aus der schwarzen Wolke über unserem Ziel herunterzuckten. 😐 2.5KM vor dem Ziel und dann sowas… Naja, zuerst mal anhalten und vom Wasser runter um zu schauen, wie weit wir denn noch entfernt sind. Um uns herum war nichts, das höher war als eine halbes SUP, schlechtes Zeichen… Eine kurze Navigationspause und geschätzte 5-6 Blitze später glaubten wir dann, dass wir es vielleicht mit Sitzpaddeln wenigstens noch ein bisschen näher ans Ziel schaffen könnten… Naja, nach 400 Metern und einem Blitzgewitter, wie ich es noch selten erlebt habe, entschieden wir uns dann definitiv dazu, die Boards halt die verbleibende Strecke zu tragen.

Boards raus, Gepäck runter, Regenjacke und richtige Schuhe an und los gings über das weite Feld in Richtung Kaiserswerth. Nach 100m dann die erste Stelle, bei der das Hochwasser noch nicht nachgelassen hatte. Ein echter Klassiker… 😀 Wir sind dann kurzerhand querfeldein und haben sogar den offiziellen Weg gefunden. Nach einem geschätzten Kilometer inkl. Gepäck und Boards dann die erste kurze Verschnauf- und Navigationspause und vorallem: Raus aus den Regenjacken, denn es hatte bis dahin immer nur geblitzt, aber nie geregnet. Wir waren immerhin auf dem richtigen Weg, jetzt ging es nur noch darum, das Hotel zu finden. Flo wollte seine Boardtragetechnik noch dadurch verbessern, dass er die ausgezogene Regenjacke zwischen seinen Kopf und das Board klemmte. Der Versuch kostete, seinem Gesichtsausdruck nach zu urteilen, einiges mehr an Kraft, als das zusätzliche Kissen an Erleichterung brachte. 😉

Mit den Boards und dem ganzen Gepäck auf uns haben wir dann in Kaiserswerth noch ein bisschen unfreiwilliges Sightseeing gemacht. Wir haben uns natürlich nicht verlaufen, wie böse Zungen behaupten könnten, sondern lediglich festgestellt, dass es dort, wo wir durchwollten, leider nicht durchging. Schlussendlich sind wir dann auf dem ursprünglich vorgesehenen Weg gelandet, den wir uns am Vorabend zurecht gelegt hatten. Nachdem wir unsere Regenjacken ja ausgezogen hatten, fing es dort dann auch wieder an zu regnen. Hit shappens… 🙂 Immerhin waren wir beide schon über die Verzweiflungsphase hinweg und nahmen das Ganze, so gut es ging, mit Humor. Im Hotel angekommen und die Boards verstaut, ging das Gewitter sicher noch 30-40Minuten weiter….

Wir hoffen jetzt natürlich für die kommenden Tage auf ein wenig besseres Wetter… Regnen darf es ja gerne, aber Blitze sind dann doch nicht so toll. Alles in Allem aber ein überaus beeindruckender Geburtstag, den ich so schnell wohl nicht vergessen werde. Mittlerweile sind wir bei Rheinkilometer 756 von 1032 angekommen, somit sinds noch 276KM bis zu unserem Ziel… 🙂

So far & immer eine handbreit Wasser unterm Kiel!

Karte

Distanz 53.1KM
Dauer 7h46

Tagesmotto
Breaking News: Zwei Querulanten beim Queren des Rheins entdeckt.

Lessons learned
Flo: Wenn man sich nicht rasiert, schwitzt man mehr… #hobobart
Julian: Auch an meinem Geburtstag kann das Wetter schlecht sein! 😉

Die Bilder findet ihr wie immer in der Galerie.

Tag 12

Saletti!

Heute starteten wir in aller Frische von Königswinter. Das Ziel des zwölften Tages unserer Reise sollte das 57km entfernte Rheindorf sein, welches zwischen Köln und Leverkusen liegt.
Als wir uns um 07:30 zum Frühstück setzten, war das andere Rheinufer aufgrund des dicken Nebels kaum erkennbar. Wir konnten allerdings regelrecht zusehen, wie die Sonne den Nebel wegschmolz und kurz vor dem Einwassern um ca. 09:00 hatten wir bereits strahlend blauen Himmel 🙂

Es war also richtiges Glacé-Wetter! Glücklicherweise hatte sich Schülä ein solches bereits am Abend zuvor gegönnt! (Wie zufrieden er damit war, könnt ihr in der Galerie in Bildform bestaunen ;)).
Man muss dazu sagen, dass er es auch verdient hat. Es ist faszinierend wie effizient (oder faul??) er manchmal ist… Zum Beispiel hat er nicht nur eine Vorlage für unsere Blog-Einträge, sondern auch für die täglichen Hotelanfragen!

Bevor es richtig losging, genossen wir noch ein eisgekühltes Red Bull, welches wir uns hart erkämpft hatten. Im Laden in welchem wir das Mittagessen gekauft haben, haben sie Red Bull aus dem Sortiment genommen, da es zu oft geklaut würde…. auch eine Lösung 😛 (Kommentar Schülä: *pfffffffff* lachhaft!)
Wir mussten also noch etwas weiter suchen… da ich aber weiss, dass Schülä ohne Red Bull am Morgen etwa so gut drauf ist, wie ich, wenn ich hungrig bin, war dies ein kleiner Aufwand. 😉

Nach dem Einwassern liess der erste Schock nicht lange auf sich warten! Ich stellte bei den ersten Paddelschlägen fest, dass mein Board extrem stark zur Seite dreht (bei jedem Schlag ca. 90 Grad). Mir war sofort klar, dass hier etwas nicht stimmte und vermutete, dass die Finne nicht an meinem Board befestigt war. Ich habe diesbezüglich schon einiges an Erfahrung, da ich schonmal ohne Finne in der Reuss von Sulz nach Mellingen paddeln musste… Da hatte ich die Finne vergessen…
Mit Einigem an Mühe paddelte ich wieder an Land und während Schülä am Ufer auf beide Boards aufpasste, rannte ich zurück zur Einwasserungsstelle um meine Finne zu suchen! Ich hatte unglaubliches Glück, denn sie lag nur leicht unter Wasser direkt am Ufer und ich konnte sie gerade noch ergreifen… böse Zungen (Schülä) würden behaupten, dass ich den Verschluss nicht richtig geschlossen habe ;). Mal wieder ein Morgen mit viel mehr an Aufregung, als man es sich wünscht :p

Nun konnte es also ein zweites Mal (diesmal wirklich) losgehen…
Der erste Streckenabschnitt führte uns durch Bonn. Da wir eine ziemlich hohe Kadenz anschlugen, machten wir relativ bald nach Bonn eine Pause. Trinken und Notdurft verrichten war angesagt (Schülä und seine Konfirmandinnenblase…. ;)).
Es ging in gutem Tempo weiter und bei Wessling folgte die Bananenpause. Wir konnten auch auf kurze Kleider umsteigen, da die Sonne weiterhin ziemlich drückte. Was aber dann passierte, haben wir auf den bisherigen 630km noch nicht erlebt!!
Kaum haben wir uns für die wohl verdiente Pause niedergesetzt, schwoll ein lautes Motorengeräusch an. Zuerst dachten wir, es handle sich um ein Schnellboot, wie man es auf den Rhein oft sieht, aber dann kam uns circa 3 Meter über dem Wasser und direkt am Ufer entlang ein Helikopter der deutschen Bundespolizei entgegen. Wir standen da wie vom Donner gerührt und waren uns wohl bewusst, dass wir 5 Minuten vorher genau an der Stelle noch auf dem Brett standen… wenn nicht der Schreck, hätten uns der Luftstoss oder die Wellen wohl Baden geschickt! (Siehe Galerie)

Mit dem Schreck noch etwas in den Knochen machten wir uns wieder auf den Weg in Richtung Mittagspause, welche kurz vor Köln stattfand. Zum Essen gabs mal wieder, wie könnte es anders sein, Fleisch und Brot… Das Essen der Champions :P.

Bei der Durchquerung von Köln nach dem Mittag hatten wir mit unserer täglichen Ration Gegenwind zu kämpfen.
Nach einer Weile meinte Schülä vor uns einen anderen SUPer zu sehen! Der dunkle Fleck kam schnell näher, nicht weil wir so schnell waren, aber weil der Kollege gegen die Flussrichtung auf uns zu kam :).
Der SUPer-Genosse kehrte auf unserer Höhe kurzerhand um und begleitete uns durch Köln. Er war faziniert von unserem Projekt, und hat uns noch einige Tipps für die folgenden Kilometer mitgegeben! Wie andere Städte, war Köln nicht speziell angenehm zum “durchSUPen”, allerdings war der Kölner Dom durchaus einen Blick wert!

Nach Köln und ca. 12km vor unserem Tagesziel Rheindorf braute sich vor uns ein Gewitter zusammen. Als ich einen Blitz sah, legten wir einen Zwangspause von 30 Minuten ein. Das Gewitter zog allerdings an uns vorbei, wir haben diesbezüglich wirklich Glück bis jetzt! Wir konnten also den Rest der Etappe problemlos bewältigen und erreichten die Mündung der Wupper in den Rhein, welche das Ende unserer Etappe anzeigte.

Nach einem ereignisreichen Tag sind wir nun müde und zufrieden im Hotel angekommen. Das Restaurant ist eine ziemliche Spelunke und das Klientel ist auch etwas speziell, aber hey, unsere Ansprüche sind ja nicht hoch! (Gäll schülä?!?) 😉

Morgen ist übrigens Schülä’s 30. Geburtstag, man darf gespannt sein, ob er die körperliche Leistung in diesem Alter noch erbringen kann 😛

Karte

Distanz 56.9KM
Dauer 7h39

Tagesmotto
Jede Tag chli Gägewind liebt jede Maa und jedes Chind… 😉

Lessons learned
Flo: Eine 90° Drehung beim Finnenverschluss kann den Unterschied machen.
Julian: Flo’s neuer Lieblingssport: Rheinseiten wechseln… 😉

Die Bilder findet ihr wie immer in der Galerie.

Tag 11

Hellau von den Leichtmatrosen,

Gestern beim Abendessen hatte ich Flo die verantwortungsvolle Aufgabe übertragen das Essen zu bestellen. Entgegen meinen Erwartungen hat er für mich die Spargelcremesuppe OHNE Lachsstreifen bestellt. (Vmtl wollte er heute schneller sein als ich ;)) Wir haben ja mittlerweile schon gelernt, dass auf Googlewetter nicht wirklich Verlass ist – Kurz nach unserem gestrigen Eintrag kam dann aber das Beste. Voraussage: Gewitter erst ab 1200 am Sonntag, Samstag Abend um 2000 dann ein Wolkenbruch wie der, in den wir letztens hineingeraten sind. Wir haben es echt gefeiert dem Ganzen mal von einem trockenen Plätzchen aus zusehen zu können und sind uns einig, dass es das jederzeit tun darf, solange wir nicht gerade unterwegs sind. 😉

Die ersten Kilometer heute gingen ziemlich flott von der Hand (oder vom Paddel). Vorbei am deutschen Eck in Koblenz und der Mosel wurde der Rhein gefühlt sogar noch ein bisschen schneller. 🙂 Bei der ersten Pause nach 1h15 und 15km hatten wir uns sogar noch dafür ausgesprochen, dass der leichte Gegenwind zum Paddeln ganz angenehm sei… Schwerer Fehler: Nach weiteren 10km hat Flo das Ganze dann revidiert, da uns der Wind dann recht stark entgegenschlug. Unserem GPS hat der Wind anscheinend auch nicht so geschmeckt, da es irgendwo auf diesem Teilstück dann aufgehört hat aufzuzeichnen. (Oder lag es vielleicht doch eher an den leeren Batterien? ;))
Kurz vor der Mittagspause sahen wir rechts von uns dann eine grosse schwarze Regenwolke und als wir den Donner gehört hatten, beschlossen wir möglichst schnell mal das Ufer aufzusuchen. (Man erinnere sich daran, wie schlecht ich bin im Gewitter-davonpaddeln ;)).
Beim Mittagessen haben wir dann festgestellt, dass wir vermutlich in Entenhausen gelandet waren: So viele Enten auf einem Haufen haben wir noch selten gesehen. Zufall oder nicht: Die nächste Ortschaft hiess dann effektiv ‘Erpel’ 🙂 Durch das Hochwasser wurde, neben den Enten, hier auch einiges an Geschwemsel angespült, inklusive alten Reifen.
Nachdem sich die schwarze Wolke dann verzogen hatte, geregnet hatte es zum Glück nicht, beschlossen wir die restlichen 20Km des Tages noch in Angriff zu nehmen. Der Dresswechsel von der vorsorglich angezogenen Regenjacke zurück zum Longsleeve ging ziemlich zackig und wir waren beide froh über die Wahl, da es für den Rest des Tages (auf jeden Fall beim Paddeln) nicht mehr schlechter werden sollte. Kurz vor dem Ziel wäre Flo dann fast noch soweit gegangen, die Trainerhose auf dem Board auszuziehen, hörte aber in der Hälfte der Aktion aus unerfindlichen Gründen auf. (Wollte wohl auf den letzten 3KM doch nicht mehr nass werden ;))

Das Auswassern mussten wir direkt an der Rheinpromenade machen… Was da an Fotos von uns gemacht wurde… (Naja, wir haben ja theoretisch das Recht am Bild ;)) Angekommen in Königswinter (zum Glück ist der Name hier nicht Programm; also wenigstens der Winter-Teil nicht) wurden wir im Hotel schon mit den Worten ‘Ja, wir haben sie schon kommen sehen’ und ‘Also so etwas haben wir hier ja noch nie gesehen’ begrüsst. SUP-Fame ftw! 😉
Am 11ten Tag on the River lernt Flo jetzt mal was Mückenstiche sind, anscheinend laben sich die deutschen Mücken gerne am ausländischen Fondue-Blut der Schweizer, auf jeden Fall hat der Arme schon 5 Stiche. *hijö* 😛

Insgesamt haben wir jetzt nach unseren Berechnungen schon ca. 576KM zurückgelegt und noch 455 offen, das sollte in den verbleibenden Tagen doch noch zu schaffen sein, sofern das Wetter passt… 🙂

Karte

Distanz 54.0KM
Dauer 6h35

Tagesmotto
Auch auf dem Rhein gibt es Sonntagsfahrer…

Lessons learned
Flo: Schülä nie verraten, was du planst im Blog zu schreiben… er wird es klauen. 😉
Julian: Flo nie mehr irgendwelche Tipps geben, was er im Blog schreiben könnte, er gibt es sonst als seine eigenen Ideen aus! 😉

Die Bilder findet ihr wie immer in der Galerie.

Tag 10

Seid gegrüsst!

Unsere heutige Etappe führte uns vom Unescu Weltkulturerbe Bacharach bis nach Koblenz. (Jenes am Rhein, nicht das Einkaufsparadies für Schweizer ;)) Wir haben gestern mit Müh und Not noch ein Hotel finden können, Koblenz scheint wohl am Wochenende ein sehr beliebter Ort für Touristen zu sein!

Nachdem wir gestern bei Rheinkilometer 506 die Hälfte des Rheins erreicht hatten, haben wir während der heutigen Etappe die Hälfte  unserer Gesamtstrecke von ca. 965km überschritten!

Heute durften wir beide in frisch gewaschene Sportkleider schlüpfen!! Es war eine Wohltat beim Anziehen den Geruch von Waschmittel zu vernehmen. Nichts gegen den Geruch von nassen Neoprensocken oder der Mischung aus Sonnencreme und Schweiss, aber mit der Zeit hat man die Nase voll davon! (Wortspiel beabsichtigt ;))

Wir haben auch heute Morgen wieder gemerkt, dass wir unsere Unterkunft in einem Ferienort gewählt haben, so war Frühstücken erst ab 8:00 möglich… Wir haben die zusätzliche Zeit genutzt, und versucht etwas länger zu schlafen. Dies war allerdings eine Kunst für sich, da man in unserem Hotel hören konnte, wenn sich jemand 3 Etagen weiter oben die Zehennägel geschnitten hat! Naja, wir wollen uns aber nicht beschweren, wir sind schliesslich nicht im Wellness-Urlaub 🙂

Wir haben dann etwas später als gewohnt eingewassert (ca. 10:00) und uns speziell über das ziemlich annehmbare Wetter gefreut! Bereits gestern Abend haben wir ziemlich ausgiebig übers Wetter diskutiert, da für heute Gewitter gemeldet wurde. Sollte dies wirklich zutreffen, müssten wir unsere Etappe zwangsläufig unterbrechen!
Beim auschecken aus dem Hotel hatte uns der Hotelchef noch vor einer tückischen Stelle bei der Loreley (siehe Galerie) gewarnt. Er teilte uns mit, dass da sogar schonmal ein Tanker aufgrund der ungewohnten Gegenströmung gekentert sei! Wir starteten also unsere heutige Etappe mit ziemlich gemischten Gefühlen.

Die erste Pause machten wir dann auch kurz vor der Loreley, um uns einen Schlachtplan zurecht zu legen… Vorsicht ist ja bekanntlich besser als Nachsicht!
Wie schon in früheren Abschnitten hatten wir uns wiedermal zu viele Gedanken gemacht! Die Stelle an der Loreley ist zwar sehr eng (Die Grossschiffe verkehren dort nur einspurig), aber abgesehen davon war es für uns keine grosse Herausforderung! Schülä war beinahe entäuscht… Ja, die Reuss hat ihn wohl bereits mit allen Wassern gewaschen :).

Mittagessen war an einem sehr schönen Flecken nach Boppard auf dem Programm. Ich habe für die von Schülä entdeckte Location 4.5 von 5 Mittagspausenpunkte vergeben! Es hatte sogar einen Tisch und Bänke, welche ich kurzerhand für einen kurzen Nap verwendet habe :). Kurz vor dem Aufbruch begann es schwach zu Regnen und wir hielten dies für den vom Wetterbericht versprochenen Wetterumbruch. So rüsteten wir uns für einen nassen Nachmittag mit Regenkleidern aus. Naja, erstens kommt es anders und zweitens als man denkt! Noch vor dem Einwassern war die Sonne wieder da! Die Regenjacken wurden kurzerhand wieder verstaut und wir verschwendeten den Rest des Tages keinen Gedanken mehr an sie!

Der Rest der heutigen Etappe verlief ziemlich reibungslos und wir konnten sogar noch eine gemütliche Pause auf dem Brett einlegen. Nur die letzten drei Kilometern mit massivem Gegenwind kosteten uns noch einiges an Kraft. Wir haben dabei an unsere Shelly (Michèle) gedacht, welche zur gleichen Zeit am Strongmanrun (19km Lauf mit Hindernissen in Engelberg) teilgenommen hat.

Bei unserer Ankunft in Koblenz wurde ich noch in ein Gespräch mit einer älteren Dame verwickelt. Sie fragte mich über unsere Reise aus. Es stellte sich heraus, dass sie im gleichen Hotel wie wir übernachtet. Als sie allerdings sagte, dass unsere Erscheinung wohl eher in eine Jugendherberge passe, fand ich sie nicht mehr so sympathisch :P. Naja, sie kann ja nicht wissen, dass wir eine komplette Abendgarderobe mitführen und nicht mit Badehose und Chäppi ins Restaurant sitzen… Der einzige Punkt des Anstosses könnte Schülä’s grüner Gurt bilden 😛

Nun sitzen wir auf der Terasse und noch immer kein Gewitter in Sicht… *keep fingers crossed*

Karte

Distanz 47.2KM
Dauer 6h25

Tagesmotto
Traue Keinem – weder Google-Wetter noch Rezeptionisten

Lessons learned
Flo: Handschuhe gehören nie in den Bag – 3km gegen den Wind paddeln gibt Blasen an den Händen!
Julian: Bei der Loreley links vorbei war auf jeden Fall die richtige Entscheidung. 🙂

Die Bilder findet ihr wie immer in der Galerie.

Tag 9

*blubb*

Flo hat heute exakt 8h10m32sec geschlafen,  seine Hand ist wegen dem wunderschönen Stausee von gestern aber immernoch ziemlich müde und der Start auf dem Stausee bei Ginsheim geht gemächlich von statten. Mainz war dann doch schneller vorbei als wir gedacht haben. Als wir warm geworden sind (nicht nur des Wetters wegen) flogen die ersten 15km nur so dahin. Zwischenzeitlich legten wir uns noch mit so einem Deppen von Segler an: Er wollte rechts an der Insel vorbei – wir links – er mit Motor – wir mit reiner Muskelkraft. Zum Abschied rief er uns noch zu, dass wir wohl lebensmüde seien, bevor er selbst einen 90m Tanker schnitt… Natürlich gab uns das dann Gesprächsstoff für die nächsten Kilometer bevor wir Ende Mainz unsere erste Pause und den ersten Dresswechsel mit Sonnencreme-Session vollzogen. (Diesmal an Land) Obwohl ich mich eingecremt hatte, hat es im Anschluss nicht gleich angefangen zu regnen! *strike*

In Mainz kam der Main noch in den Rhein und tat so als könnte er kein Wässerchen trüben, allerdings war das, wo wir anschliessend drauf gepaddelt sind, alles andere als klar. 😉 Ein paar Kilometer weiter haben wir dann auch den berühmten Rheinkilometer 500 (relativ unspektakulär) gesehen. Da die Rheinkilometer bis 1012 gehen, haben wir 6km später auch die Grenze überschritten, die die Hälfte des Rheins markiert.

Nach Bubenheim sind wir dann auf einem Seitenarm des Rheins erneut in einen Stausee (love it!) gekommen, am Ende hat es dann leicht angefangen zu tröpfeln, allerdings haben wir das mehr an den Ringen auf dem Wasser bemerkt als an uns selbst. Kurz bevor wir dann eine Fähre kreuzen wollten ging das Tröpfeln dann in einen super Wolkenbruch mit Starkregen über. Diesmal war Flo mit der Regenjacke schneller zur Hand. Ich dachte das hält keine 5min und wollte dem Regen zuerst davonpaddeln, sah aber nach 250m meinen Fehler dann doch noch ein und holte schnell die Regenjacke raus.
Mehr oder weniger trocken haben wir uns dann unter einen Baum gerettet und kaum hatten wir die Boards draussen und das Mittagessen ausgepackt hatte es dann auch schon wieder aufgehört zu regnen. Als Brotzeit gab es den Rewe-Weltmeisterblock mit Rosinen (*würg*) Ich hab meinen Teil dann natürlich gerne weitergegeben und meinem Laster gefrönt (siehe Galerie ;)). Flo meinte noch, dass wir gemäss Googlewetter in ca 1h nochmal nass werden könnten, weshalb wir die Regensachen lieber an lassen sollten, aber das Glück war uns leider nicht hold. Wir sind eher eine Stunde nicht nass geworden, den Rest des Tages aber schon… Aber der Reihe nach: Kaum eingewassert fing es zunächst wieder leicht an zu tröpfeln bevor erneut ein starker Regenschauer über uns hinwegzog. Naja, wenigstens hatten wir diesmal die Regensachen ja noch an.

An der Rheinenge hinter Bingen bekamen wir dann nochmal richtig Action geboten. Zuerst haben wir eine Schlepper-Kombi gesehen, vmtl war der Kahn zu schwach um gegen die Strömung anzufahren und geschätzte 300m weiter wurde uns dann auch klar wieso… Es kamen ein paar Stromschnellen, wie wir sie von der Reuss im Gnadenthal kennen, also etwas dass unsere SUPer Herzen im Normalfall höher schlagen lässt. 🙂 Flo wäre bei der Action beinahe noch sein roter Day-Bag abhanden gekommen, er konnte ihn dann aber doch noch schnell aus dem Wasser fischen. Bei einer kurzen Verschnaufpause und Stärkung stellten wir fest, dass der Regen mehr oder minder nachgelassen hatte und Flo meinte noch: “Na wenigstens durch die anspruchsvollste Stelle der heutigen Tour hat es nicht geregnet…” Don’t jinx it… Kaum wieder auf den Boards fing es, wie könnte es anders sein, mal wieder an zu regnen… Ein echter Klassiker… 😉

Gute 5km vor dem Ende unserer Tagestappe, Ziel heute war Bacharach, machten wir noch einen kurzen Pitstopp um auf dem Navi zu schauen, wo wir eigentlich genau hin müssen. Nach dem Einwassern gabs dann zur Abwechslung mal keinen Regen sondern heftigen Wind von vorne…
In Bacharach (Weltkulturerbe) angekommen hat es dann wieder in Strömen gegossen und wir sind nach dem Auswassern für die Navigation zum Hotel in eine Unterführung geflüchtet. 🙂

Karte

Distanz 51.6KM
Dauer 7h27

Tagesmotto
Rheinkilometer 506 – die Hälfte des Rheins geschafft

Lessons learned
Flo: Wenn der Reisverschluss an der Trainerhose kaputt ist – Schülä weiss Rat…. Da war die Sonnenbrille drin!!
Julian: Mach dir tagsüber Notizen für deinen Eintrag, dann musst du abends nicht so viel nachdenken. (von Flo gelernt)

Die Bilder findet ihr wie immer in der Galerie.