Tag 34

Moin,

Da wir die letzte Nacht in einem verhältnismässig gehobenen Hotel in Widin (BG) verbracht hatten, gab es heute Morgen seit langem mal wieder ein ausgiebiges Frühstücksbuffet! Ich muss allerdings sagen, dass ich bereits so gewöhnt bin morgens nichts zu essen, dass ich mich trotzt reichhaltigem Angebot mit Kaffee und O-Saft begnügt habe. Wir haben generell festgestellt, dass Essen (bis auf das Abendessen) einen immer geringeren Stellenwert hat, ganz im Gegensatz zum Getränk. Wir waren also froh, dass wir unserer SUPs heute mit jeweils 3.5 Liter Flüssigkeit beladen durften und uns somit für den Tag gut gerüstet fühlten!

Mein Brett verliert leider trotz allen Bemühungen noch immer etwas Luft… ich muss mich wohl oder übel für die restlichen 2 Wochen mit etwas Frühsport abfinden. Ich tröste mich damit, dass pumpen nicht genau die gleichen Muskeln benötigt wie paddeln – somit kein relevanter Energieverlust für den Tag 😉. Und falls schon, kann ich dies jeweils noch als Ausrede verwenden, wenn mich Julian mal wieder distanziert 😊.

Der erste Teil unserer Etappe verlief relativ ereignislos und wir kamen gut voran. Wie Julian bereits gestern erwähnte hatte, kann man die Strömung zwar nicht sehen, sie ist aber in gewissem Masse vorhanden. Damit man sich eine Vorstellung davon machen kann: Die Donau fliesst in diesem Abschnitt mit ca. 3 km/h während wir laut GPS mit stetigem Paddelaufwand auf circa 9 km/h kommen.

Bei der dritten sitzenden Pause um ca. 13:00 entschieden wir, dass wir mit der Mittagspause noch etwas zuwarten, da ich auf Google-Maps eine Strand-Bar erspäht hatte, welche kurz vor Lom und somit nur noch 10KM entfernt war! Wir zogen also bis 14:30 durch und erreichten schon ziemlich erschöpft eben diese Strand-Bar. Wir sind jeweils nicht sicher, ob es an unserem Zustand liegt, doch wir empfanden diesen Ort als einen der schönsten Plätze auf Erden 😊… Es gab Schatten, kalte Getränke und sogar Chicken Nuggets zum Mittagessen! Es ist lange her, dass wir uns einen solchen Luxusmittag erlaubt hatten, denn für gewöhnlich gibt’s das «Mittagessen der Champions»: Brot und Salami in angelaufenem Zustand auf den SUPs!

Einschub Julian: Da mich die Bar magisch angezogen hatte, hatte ich in der Zwischenzeit etwas Vorsprung auf Flo rausgepaddelt und landete als Erster an. Beim Anblick der prall gefüllten Getränkekühler habe ich mich doch tatsächlich wie im Schlaraffenland gefühlt! 😊

Nach dieser Wohltat musste es trotz aufkommender Mittagsmüdigkeit weitergehen. Wir nahmen die letzten 20KM des Tages in Angriff und schwitzen so heftig wie selten zuvor auf diesem Trip… 34 Grad, windstill und direkte Sonneneinstrahlung von allen Seiten liessen, die eben erst aufgenommene Flüssigkeit direkt wieder verdampfen! Wir schafften es allerdings mit den verbleibenden Getränken gut bis zu unserer Unterkunft, welche wieder direkt an der Donau liegt – das Tragen blieb uns heute also quasi erspart 😊! Einschub: Naja, waren also doch an die 100m! 😉

Als wir darüber zu diskutieren begannen, wer zuerst unter die Dusche darf, entschieden wir uns spontan stattdessen den Pool der Unterkunft zu nutzen. Vor allem die Pool-Dusche hatte es uns sehr angetan… eiskaltes Wasser!!

Da die Unterkunft heute leider kein Internetzugang zur Verfügung stellt und der Handyempfang mit einem 56Kb-Modem zu vergleichen ist, gibt es die Bilder und Karte leider erst morgen. Sorry!

Tagesmotto
Flo: Von Einwassern (09:00) bis Auswassern (17:30) knapp 5 Liter Flüssigkeit vernichtet…
Julian: Unsichtbare Strömung des Grauens!

Tagesstatistik
Distanz: 66.3KM
Zeit:8h42min
Zeit in Bewegung: 7h33min